Wie dein Idealbild dich von dir trennt

Ideale sind doch etwas schönes!
Eine Sehnsucht die geweckt wird, etwas zum träumen, ein Ziel zum streben.

Gerade zum Jahresende hin reflektieren viele über das vergangene Jahr und setzen sich Ziele für das kommende. Wie war das Jahr für mich – habe ich meine Ziele verwirklicht? Habe ich meine Träume gelebt? Habe ich meine Ängste besiegt?
Für das kommende Jahr nehmen wir uns dann einiges vor, was wir erreichen möchten, wie wir uns und unser Leben verändern möchten.

Es scheint doch wunderbar zu sein ein Idealbild zu haben, nach dem man streben kann!
Weshalb nun soll es dich also von dir trennen?
Nehmen wir einmal an du strebst danach schlank und sportlich zu werden.
Du siehst dich in figurbetonter Kleidung stolz die Straße entlang laufen und kommst so richtig ins träumen.
Doch dann fällst du aus dem Tagtraum raus, schaust dich an und bist so gar nicht mehr zufrieden.
Hier ein Speckröllchen zu viel, da ein wenig zu viel Umfang .
Die Stimmung ist im Eimer und vielleicht fragst du dich sogar, ob du überhaupt jemals so ausschauen wirst, wie in deinem Traum Sekunden zuvor.

Vielen von uns ist schon bewusst, dass sich mit Anderen zu vergleichen dem Selbstwert nicht zuträglich ist.
Doch genauso verhält es sich, wenn du deinen Ist-Zustand mit deinem Idealbild vergleichst!

Jedes Ideal zeigt dir deine Unzulänglichkeit. Es erzeugt eine subtile, meist unbewusste Spaltung in Dir, da die angestrebte Eigenschaft deines Ideals im Gegensatz zum Gegenwärtigen steht.

Wunsch und erschreckende Tatsache prallen aufeinander. Du zweifelst dich an, weil du fälschlicherweise denkst du seist, so wie du bist, nicht in Ordnung und damit nicht liebenswert.

Oder ein anderes Beispiel – nehmen wie an du hast das Ideal mutig zu sein und keine Angst zu haben. Solltest du dich mal dabei ertappen, wie du dich vor etwas fürchtest, wirst du dich sehr verurteilen und unwohl fühlen.
Während du das Ideal bewunderst, lehnst du das Gegenwärtige ab.
Das Gegenwärtige zu leben und zu zeigen erfüllt dich vielleicht sogar mit Scham, sodass du sehr viel Anstrengung aufwenden musst, um es zu verdecken.

Je höher deine Ideale sind, desto höher ist die Gefahr, dass du an ihnen zerbrichst.

Hinzu kommt auch noch, dass wir viele dieser Ideale gar nicht selbst für uns auserkoren haben!
Schule, Medien, Kirche, Elternhaus – Ideale haben viele Quellen und werden von uns als Kinder unvoreingenommen als erstrebenswert verinnerlicht.
Die meisten davon werden nie wieder hinterfragt.
Und diese Ideale können eine unglaubliche Macht über unser Leben haben und uns in frustrierende Situationen manövrieren, die wir uns gar nicht erklären können.

Sie führen nicht nur dazu, dass wir uns ablehnen und in Schubladen stecken, wenn wir gerade nicht so sind, wie es unseren Vorstellungen entspricht, auch unsere Mitmenschen ernten oft Verurteilung statt Mitgefühl, wenn wir in Ideal-Vorstellungen denken.
Lehnen wir „Feigheit“ an uns selbst ab, so ist es sehr wahrscheinlich, dass wir auch andere verachten, die sich als ängstlich zeigen.
Dies trennt uns von uns selbst und von unseren Mitmenschen, da wir Ihnen mit Urteilen statt mit Empathie begegnen.

Statt nach unseren Bedürfnissen zu handeln, die uns wirklich den Weg in ein erfülltes Leben zeigen, versuchen wir einem Ideal hinterherzujagen, das uns nur frustriert.

Ziele und Träume zu haben ist nichts schädliches – versteh mich nicht falsch.
Träume sind etwas wunderbares, etwas das uns jeden Morgen die Kraft zum Aufstehen gibt, eine Inspiration, die uns mit Lebensfreude erfüllt.
Doch wenn du an dein Ziel denkst, dann zum gegenwärtigen Zustand zurückkehrst und dich frustriert fühlst, dann raubt es dir Energie und wird so nie zu dem Leben führen, was du dir ersehnst.
Ideale, die solche Gefühle nach sich ziehen, zeigen im Grunde, dass du sie erschaffen hast, weil du dich selbst vermeidest und minderwertig fühlst.

Das Einzige was Transformation ermöglicht ist Akzeptanz.

In dem Fall, dass du dich selbst so annimmst, wie du gerade bist, ist es jedoch wiederum gar nicht mehr so wichtig, ob du dein Idealbild schlank zu sein erreicht hast.
Denn du fühlst dich nun ja auch nicht mehr frustriert, mit dem wie du jetzt bist 😉
Dich selbst nicht so anzunehmen, wie du gerade bist erzeugt nur Widerstände, eine Abspaltung eines inneren Teils, der sofort rebellieren wird, der sich als innerer Schweinehund in den Weg stellen wird, sobald du dich beispielsweise versuchst gesünder zu ernähren oder Sport zu treiben.

Akzeptierst du hingegen deinen Ist-Zustand, so kann paradoxerweise genau dann das geschehen was du dir die ganze Zeit über gewünscht hast – plötzlich fallen die Widerstände, die so einen Druck und Stress erzeugt haben und du sehnst dich zum Beispiel wie automatisch nach gesünderer Nahrung mit der du schlank wirst. Oder plötzlich fällt die Angst von dir und du traust dich endlich diese Frau anzusprechen, da du aufhörst dich als feige zu verurteilen und wieder frei handeln kannst.

Egal was es gerade ist, das du an dir ablehnst – vertraue darauf, dass es einen sehr guten Grund dafür gibt, dass du dich so fühlst und so handelst, wie du es gerade tust.

Begegne dir mit Mitgefühl und versuche zu verstehen, weshalb du gerade so bist wie du bist.
Eine gesunde Selbstliebe bedeutet das Erkennen und Annehmen deines Selbst.


Demnächst bei Miracle Blossom:

Wie du lernst dich selbst mehr anzunehmen, so wie du bist und Selbstliebe entwickelst, erfährst du in meinen Artikeln

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