Lebst du schon oder freust du dich noch auf den Feierabend?

Das vertagte Leben – Teil 1

 

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Kommt dir dieser Satz bekannt vor? Hast auch du ihn schon etliche Male gehört?
Dich zunächst ein wenig geärgert, bloß um dann pflichtbewusst diesen selbstverständlichen Leitsatz zu befolgen.

Hast du diesen Leitsatz zu deinem eigenen gemacht, weil du ihn für so vernünftig befunden hast, um dein Leben zu gestalten?
Oder könnte es vielleicht sein, dass du einfach resigniert hast.
Resigniert, angesichts dessen, dass jeder um dich herum so gedacht hat – deine Eltern, deine Lehrer, der erfolgreiche und reiche Mann, den alle bewundern.

Einmal angenommen, du hättest nie etwas von diesem Satz gehört. Was würdest du tun?
„Den ganzen Tag, nur das worauf ich Lust habe!“
könnte deine Antwort lauten, während du dir vielleicht albern und kindisch dabei vorkommst.
Klingt unvernünftig.

Nun gut, zurück zur Vernunft und dem, wie es üblich ist sein Leben zu gestalten.

Wir werden geboren. Es ist alles sehr verwirrend und es braucht seine Zeit, bis wir hier ankommen und beginnen die Welt um uns herum zu erkunden. Alles ist neu, alles ist spannend, jeder Tag ein neues Abenteuer. Wir spielen den lieben langen Tag, geleitet von unserer Neugier.
Drei Lebensjahre entdecken wir auf diese Weise die Welt.
Und dann schwups – Du bist nun ein großer Junge/ ein großes Mädchen, es wird Zeit für den Kindergarten.
Auch hier können wir die meiste Zeit spielen und entdecken. Doch nun gibt es mehr Regeln. Es gibt Aufgaben, die jeder zu befolgen hat, feste Mahlzeiten, an denen jeder teilzunehmen hat. Und wenn du einmal keine Lust auf den Kindergarten hast, dann musst du trotzdem hin.
Schließlich möchtest du ja später in die Schule und es ist ganz wichtig für dich, dich an die Struktur und Ordnung zu gewöhnen.

„Spiele und genieße, solange du kannst!“ heißt es. „Denn bald beginnt der Ernst des Lebens.“

Schwups. Schule. Es ist vielleicht ein kleiner Schock. Oder auch ein größerer.
Doch siehst du kaum eine andere Wahl, als dich dran zu gewöhnen.
Du darfst gehen, wenn man es dir erlaubt. Du richtest deinen Blick, worauf man dich anweist ihn zu richten.
Du sprichst, wenn man dich fragt.
Und richtig ist, was man dich lehrt.

Ups, klingt irgendwie anstrengend.
Doch es gibt kleine Lichtblicke. Wenn die Glocke läutet, darfst du raus ein wenig spielen. Noch ein paar Glockenläuten und endlich darfst du heim. Puh geschafft. Wären da nicht die Hausaufgaben.
„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“
Ob du das wirklich möchtest? Das ist nicht die Frage. Du machst es, oder auch nicht. Doch wenn nicht, gibt es Konsequenzen, die du lieber vermeidest.

Gut irgendwann ist es normal.

„Das Leben ist eben kein Ponyhof“.
„Nur wer hart arbeitet, wird auch belohnt.“
„Nur wer seinen Pflichten nachkommt, darf auch einfach tun und lassen was er möchte.“

Keine Sorge, es gibt einen Lichtblick. Du wirst schon die Lorbeeren ernten, wenn du dich nur genug anstrengst.

Endlich hast du die Schule gemeistert!! Was nun? Jetzt fängt der Ernst des Lebens richtig an!
Jetzt musst du dich entscheiden, was möchtest du mit deinem Leben anfangen und wie willst du dein Geld verdienen?

Umpf? Was ich machen mag? Es zählt was ich möchte?

Ich glaube nicht, dass die meisten sich daran wirklich erinnern nach all den Jahren.
Also entschließen wir uns etwas zu tun, was vielversprechend für unseren Lebenslauf ist. Ein Studium, ein Job. Viel Geld wäre gut, Sicherheit und vielleicht kann ich es ja auch zu etwas bringen. Anerkennung und Ruhm ernten. Die leckeren Lorbeeren.

Wenn nicht?
Keine Sorge. Es gibt einen Lichtblick. Du bist zwar viel damit beschäftigt Anweisungen zu befolgen und vielleicht hast du auch Angst einen Fehltritt zu tun, deine Meinung zu äußern oder dich etwas mehr auszuruhen, denn vielleicht hast du Angst um deine Stelle, Angst keine Miete mehr zahlen zu können, kein Geld mehr für Essen zu haben.
Doch das macht nichts, schließlich ist der Tag nach 8 Stunden vorbei. Und dann gibt es Feierabend.
Es bleibt meist nicht viel Zeit vom Tag, doch auch das macht nichts.
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag – juppieh Freitag! Du hast es geschafft! Wochenende!
Du kannst dich erholen und einmal etwas mehr Zeit haben, das zu tun, was du magst.

Erinnerst du dich noch?
Ach was, woran? Egal, jetzt ist Freizeit und die genieße ich in vollen Zügen. Irgendwie. Vielleicht gehe ich feiern und trinke das ein oder andere Getränk dazu. Schließlich geht’s Montag wieder los.
Freitag, Samstag… oh nein schon Sonntag. Montag. Uff…

Keine Sorge! Keine Sorge – du ahnst es schon – es gibt einen Lichtblick 😉
Die Rente. Der letzte große Korb voll Lorbeeren. Auf den wir uns freuen.
Wenn es vorher nicht gelungen ist, nicht schlimm. Wenn du in Rente bist, dann kannst du endlich reisen gehen, dann widmest du dich endlich deiner Leidenschaft zu malen, dann kannst du endlich entspannen, deine Träume leben.

Erinnerst du dich denn noch? Was es war, was du immer schon tun wolltest?
Weißt du noch, wie es ist deiner Neugier zu folgen?
Oder bist du vielleicht irgendwie ermüdet, irgendwie krank, irgendwie zerbrochen am ewigen Warten.
Irgendwie hast du deine Träume vielleicht längst begraben. Und möchtest dich einfach nur noch ausruhen.
Vom ewigen Warten.

Schluck.

So genug, der Schwarzmalerei. Hört sich irgendwie…. nicht erfüllend an…
Und vernünftig soll es sein?

Vernünftig bedeutet doch  – sinnvoll, also ein sinnvolles, sinnerfülltes Leben zu führen.
Und danach hört es sich nun wirklich nicht an.

Sehnst du dich auch nach einem sinnerfüllten Leben? Danach aus diesem Hamsterrad auszubrechen?
Inspirationen und Anregungen dazu, findest du demnächst in Teil 2 –  Feiere dein ganzes Leben, statt auf den Feierabend zu warten

6 thoughts on “Lebst du schon oder freust du dich noch auf den Feierabend?

  1. Das verrückte daran ist, dass mir das lange Zeit gar nicht bewusst war. Ich dachte “es muss halt so sein“ und dann las ich irgendwo den Satz „You are born and then you die, but in between you can do anything you want. It’s society that creates rules for us, but you can break out of that.“ Eigentlich ziemlich banal, und trotzdem hat mich diese Erkenntnis total befreit.
    Danke für deinen Beitrag! Vielleicht hilft er anderen Menschen zu begreifen, was sie mit dem einen Leben das sie haben tatsächlich machen wollen.

    1. Liebe Jane,

      Genau das ist es! So geht es ja den meisten Menschen in unserer Gesellschaft, dass sie es für selbstverständlich und normal halten, weil eben alle es so machen.
      Darauf ist es vom System auch ausgelegt und nicht viele trauen sich, so wie du, sich irgendwann zu fragen, ob sie ihr Leben denn so gestalten wollen.
      Ich freue mich für dich, dass es dich so befreit hat und hoffe du hast für dich einen erfüllenden Weg gefunden =)

      Schönes Zitat by the way

      Herzliche Grüße,
      Yulia

  2. Ich war 10 Jahre schwer seelisch krank,konnte nicht arbeiten,hab vereinsamt elendig vor mich hin vegetiert,hab mich dafür über alles Informiert,Politik,Verschwöhrungstheorien,Bewustsein,Seele,Psychologie,Spirituelle DInge und was weiss ich noch alles.Jahrelang hab ich mich damit auseinandergesetzt weil ich einfach alles wissen wollten da mich seit meiner Schulzeit fragen verfolgen und immer so das unbestimmte Gefühl dabei hier stimmt irgendwas nicht.Es sind heftige Dinge mit mir und meinem Bewustsein geschehen in der Zeit,hab irgendwie das gefühl aus der matrix ausgetreten zu sein bzw sie zu durchschauen.nun hab ich vor einem Jahr meine Dualseele kennengelernt und nun bin ich geheilt von meinem seelischen leiden,bin seit 2 Monaten wieder am arbeiten und tue es gerne,ich bin wunschlos glücklich in dem Betrieb,arbeite dort an mir um zu wachsen und rauszufinden was ich noch wundervolles mit meiner Seele anstellen kann,aber ich tue es nicht wegen des Geldes,Geld interessiert mich nicht mehr,brauch nur soviel das ich meine Miete bezahlen kann und was zu essen habe.Ansonsten hab ich alles was ich brauche,mehr interessiert mich nicht.Kommt immer drauf an aus welcher Motivation man heraus arbeiten geht.Ich war in meinem ganzen leben noch nie so glücklich wie in diesem Betrieb.Da ich hochsensibel bin hat ein gutes arbeitsklima oberste priorität,und das ist dort gegeben,aber in einer art und weise wie ich es noch nie erlebt habe.falls ihr versteht was ich damit sagen will.ich fühl ich mich irgendwie nicht mehr so im system gefangen und gehe nicht unter zwang arbeiten ,ich fühl mich total frei irgendwie schwer zu beschreiben,ist echt der wahnsinn 🙂

    1. Wow da hast du ja gewaltig was durchgemacht! Da war die „seelische Erkrankung“ wohl letztendlich ein Segen, oder man könnte auch sagen du hast ne Zitrone bekommen und Limonade draus gemacht 😉
      Ich denke, ich weiß genau was du meinst. Es ging mir auch nicht drum, dass jegliche Arbeit im System irgendwie „schlecht“ ist. Mehr war meine Intention die Menschen daran zu erinnern, dass es nicht selbstverständlich ist, das „muss“ aus ihrem Leben zu schmeißen und das Warten aufs Wochenende etc. Stattdessen zu schauen, was sie von Herzen und aus freien Stücken wirklich aus ihrem Leben machen wollen.
      Das hast du ja offensichtlich getan =)

      Vielen Dank für das Teilen deiner Geschichte, Andre
      Herzliche Grüße,
      Yulia

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